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Camping im Pfälzer Wald

Camping im Pfälzer Wald

Die meisten von euch dürften das Angebot Trekking-Pfalz.de ja bereits kennen. Hier wird einem, neben schönen Wanderpfaden, die Übernachtung auf 10 Plätzen im Biosphärenreservat Naturpark Pfälzer Wald ermöglicht. Legales wildcampen quasi. An den Trekking-Plätzen gibt es nur eine Feuerstelle mit improvisierten Sitzgelegenheiten sowie ein Toilettenhäusschen.

Und da ich als Stadtkind sowas schon immer mal ausprobieren wollte, habe ich, nach Rücksprache im Freundeskreis, einen der Plätze reserviert. Und so sind wir vorletztes Wochende nach Imsbach (Platz 10) gefahren um unsere erste Campingnacht im Wald zu erleben.

Als Gearmaniac fängt der Spass natürlich schon bei den Vorbereitungen an. Angefangen bei dem ganzen Gear das unbedingt mit muß über die Frage nach der richtigen Kleidung, bis hin zum Essen. Letztendlich habe ich die Hälfte von dem ganzen Zeug nicht gebraucht, aber ihr wisst ja: besser haben und nicht brauchen, als brauchen und nicht haben.

Aber zurück zum Thema: zuerst wollten wir ein paar Kilometer bis zum Trekkingplatz wandern, da wir aber alle viel zu viel Gepäck dabei hatten (mein Rucksack lag bei knapp 22kg) entschlossen wir uns so nah wie möglich mit dem Auto an den Platz zu fahren so das wir letztendlich nur ein paar hundert Meter laufen mußten um den Platz zu erreichen.

Dieser war, dank der tagelangen leichten Regenfälle, bereits völlig aufgeweicht und verschlammt, so das es doch ganz nützlich war das wir uns eine Bauplane als Groundsheet für die Zelte mitgenommen hatten. Da weiterer Regen angekündigt war, bauten wir als erstes die Zelte auf und spannten anschließend eine Plane in der Nähe der Feuerstelle auf, damit wir wenigestens einen halbwegs trockenen Fleck hatten.

Die Quelle, von der in der Platzbeschreibung die Rede ist, war übrigens nicht existent und das Toilettenhäusschen ein Erlebnis für sich. Ich denke für letzteres lasse ich besser die Bilder sprechen.

Nachdem alle Behausungen standen und wir uns ein wenig umgesehen hatten mußte der langsam aufkommende Hunger gestillt werden. Da es nicht ganz so einfach ist tropfnasses Holz in einer Feuerstelle, die einen eher an eine Schlammgrube erinnert, zum brennen zu bringen, mußte die gute alte Brennpaste (ein halber Liter…) herhalten und verrichtete gewohnt gute Dienste. Vorbereitetes Feuerholz war übrigens reichlich vorhanden so das wir nicht im Wald suchen mußten, ein großes Plus.

Kaum brannte das Feuer richtig und die erste Ladung Futter war in unseren Mägen verschwunden, öffnete der Himmel seine Schleusen. Aus der Wettervorhersage „leichter Regen“ wurde eine „Warnung vor schwerem Unwetter mit ausgedehntem Starkregen und Hagel bis 2cm Größe“. Oder anders ausgedrückt: es fing an Hunde und Katzen zu regnen. Selbst in der Mitte der 4×4 Meter Plane bekam man noch Wasserspritzer ab. Innerhalb von einer halben Stunde stand man stellenweise knöcheltief im Wasser und auf dem Trekkingplatz bildeten sich regelrecht kleine Bäche.

So nach 2 Stunden stärkstem Gewitter hatte ich dann einen Moment lang den Gedanken das wir bei der nächsten Regenpause einfach alles zusammenpacken und wieder nach hause fahren. Ich bin ja nicht zimperlich, aber wenn das Gewitter direkt über einem ist und man in der Ferne die Blitze einschlagen sieht, dann wird einem schon mal kurz etwas anders. Auch wenn hinter uns ein Berg ist und wir uns in einer Talsenke befanden, war das schon ein Erlebnis der unangenehmeren Art.

Letztendlich waren wir dann aber der Meinung das wir uns von so ein, wie würde der Hamburger sagen, „büschen Regen“ nicht den Tag versauen lassen. Und wie aufs Stichwort lies auch der Regen nach und das Gewitter zog weiter. Unser Feuer hat es, dank ordentlich Vorarbeit, auch ganz gut überstanden und so wurde es doch noch ein gemütlicher Abend mit Wein und Stockbrot. Lediglich die „Bänke“ hinterließen einen bleibenden Eindruck, im wahrsten Sinne des Wortes. Es handelt sich dabei nämlich um einfache Baumstämme (sieht man auf den Bildern) die wirklich extrem unbequem sind. Aber das ist sicher jammern auf hohem Niveau. Trotzdem wäre es dem Komfort sehr zuträglich wenn man die Stämme oben einfach ein Stück weit abhobeln würde um eine ebene Sitzfläche zu schaffen.

Gegen 22 Uhr fing es dann wieder an zu regnen und zu gewittern, so das ich mich gegen Mitternacht in mein Zelt verkroch. Alles war nass und schlammig, mein Zelt hatte keine Apside oder Vordach und so war das Schuhe ausziehen, ohne das Zelt zu versauen und ohne das es zu sehr ins Zelt regnet, ein Heidenspass zu später Stunde. Aber auch das hab ich noch hinbekommen und auch mein, kurz vor knapp genähter, Schuhsack verrichtete seinen Job tadellos.

Das von mir verwendete Zelt gibt es übrigens unter anderem bei Amazon. Das gute Stück ist sein Geld auf jeden Fall wert und die Rezensionen sagen eigentlich alles, auch wenn ich, wie gesagt, ein kleines Vordach über dem Eingang vermisst habe. Vorsichtig müßt ihr auch bei Isomatten mit Überlänge sein, denn die 2,65 Meter Zeltlänge sind von Spitze zu Spitze gemessen. Falls ihr eure Isomatte also nicht genau in die Mitte des Zeltes legen wollt sondern seitlich, ist bei rund 2 Metern Schluss. Andernfalls drückt die Matte das Innenzelt gegen das Außenzelt.

Der nächste Morgen war erstaunlich angenehm. Es hatte aufgehört zu regnen, die Sonne schien und trotz sehr kurzer Nacht war ich halbwegs ausgeschlafen. Es geht halt nix über frische Waldluft. 😉

Da für den Tag weiterer Regen angekündigt war, beschlossen wir zuerst die Zelte abzubauen und uns dann um unser Frühstück zu kümmern. Das Wetter hielt sich und so kamen wir noch in den Genuss des besten Rührei mit Bacon unseres Lebens. Ich sag ja, die Waldluft.

Ich hab ja lange darüber nachgedacht wie ich dieses Event resümieren soll und ich wurde auch oft gefragt wie es war und ob ich das nochmal machen würde. Schlussendlich muß ich sagen das ich wirklich Spass hatte es aber wetterbedingte Abzüge in der B Note gibt. Zumindest wissen wir jetzt auf was wir achten müssen wenn wir das nächste mal bei unbeständigem Wetter zelten gehen.

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